Erfahrungsbericht Pädagogischer Austauschdienst 2018

Vom 16.08.18 bis zum 15.09.18 durfte ich als Begegnungsschülerin zusammen mit der Gruppe 34 durch Deutschland reisen und möchte im Folgenden über diese Zeit berichten.

Als mich die am Gymnasium Rissen zuständige Frau Bouchard auf den Austausch ansprach, hatte ich noch nie zuvor vom PAD gehört, da ich erst seit einem Jahr auf diese Schule ging. Trotzdem gefiel mir der Gedanke, an einem so interkulturellen Projekt teilzuhaben und so nahm ich das Angebot dankend an. In einem „Webinar“ wurde ich über das Nötigste informiert und kurz darauf konnte ich mich erstmals mit unserem Reiseleiter in Verbindung setzen. Trotz dieser Vorbereitungen muss ich leider gestehen, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, was mich in Bonn erwarten würde. Einzig das Wissen, dass ich mit der Begegnungsschülerin aus Wedel zusammen bis zum Hotel fahren würde, gab mir etwas Sicherheit.

Am ersten Abend, an dem sich die Gruppe erstmals zum Abendessen zusammensetzte, konnte ich leider nicht teilnehmen, weil ich mit einer starken Erkältung in Bonn eingetroffen war, wegen der ich beinahe die ersten paar Tage Zuhause geblieben wäre. Die anfänglichen Sorgen mich nicht richtig in die Gruppe einzufinden und keinen Bezug zu den Reiseleitern aufbauen zu können, blieben aber letztlich unbegründet. Schon den Tag darauf knüpfte ich die ersten Kontakte und strengte mich an, alle Namen zu lernen. Es zeigte sich sofort, dass einige Preisträger etwas schüchtern waren, aber niemand grenzte sich von der Gruppe ab und ziemlich schnell entwickelten sich die Grundlagen für Freundschaften, die sich im Laufe der Reise festigen sollten. In den paar Tagen, die wir in Bonn und Berlin verbrachten, passierten so viele Dinge, dass man schnell den Eindruck bekam, schon ewig unterwegs zu sein.

Mein persönliches Highlight in Bonn war der Internationale Abend. Bei den Vorbereitungen am Abend zuvor waren wir von einem Spektrum von verschiedenen Arten einen Auftritt zu organisieren überrumpelt worden. So hatte sich Albanien beispielsweise schon Wochen zuvor abgesprochen, während Tschechien bis wenige Stunden vor Beginn des Events noch keinen Plan hatte, was sie eigentlich machen würden. Trotzdem waren alle Vorstellungen mehr als gelungen und das Publikum tobte vor Beifall.

Auch in Berlin machten wir viele tolle Erfahrungen, wie zum Beispiel ein richtiges Fußballspiel im Olympiastadion anzugucken, und die Treffen mit den anderen Gruppen sorgten für gute Stimmung bei den Preisträgern. Wir hatten viele fesselnde Gespräche und Diskussionen über Kultur, Politik und Philosophie, haben gelacht, Insider erfunden und stundenlang gesungen.

In Hamburg ging es dann in die Gastfamilien. In einigen Fällen kam es zu Spannungen zwischen den Preisträgern und ihren Gastgebern, doch die Betroffenen gestalteten ihre Freizeit dann meist mit anderen Preisträgern zusammen, sodass auch sie den Hamburgaufenthalt als positive Erfahrung schätzen konnten. Besonders begeistert wurde vom Sport- und Theaterunterricht gesprochen, den die Schule angeboten hatte. Auch gelobt wurde, dass die Lehrer tatsächlich versuchten den Lernstoff zu vermitteln und ihn nicht nur „runterleierten“ wie es die meisten aus ihren eigenen Schulen kannten.

Besonders groß war die Freude bei der Wiedervereinigung mit dem Reiseleiter in München (bzw. bereits in Hamburg im Falle der Reiseleiterassistentin). In einer viel zu kurzen Zeitspanne von fünf Tagen rückte die Gruppe noch einmal spürbar zusammen. Wir bestiegen die Zugspitze, besichtigten die Münchener Innenstadt, bummelten durch Nürnberg, aßen typisch bayrisch und besuchten zur Freude eines autobegeisterten Preisträgers die BMW World. Am Münchenaufenthalt gefiel mir am besten der Abend im Laser-Tag, wo aus einer fröhlichen Gruppe richtige Teams wurden. Der Wetteifer um die meisten Punkte und die besten Trefferquoten, sowie die Teambesprechungen und das Überlegen von gemeinsamen Taktiken brachte ein ganz neues Gefühl mit sich, das den Gruppengeist noch mehr stärkte.

Der Abschied fiel dementsprechend schwer, schon als es noch Stunden bis zum tatsächlichen Abschied waren. Unter Tränen warfen sich die Preisträger einander in die Arme und es wurden die letzten Nummern ausgetauscht und bereits Pläne für baldige Treffen gemacht. Selbst die zurückhaltenderen Leute machten einen bekümmerten Eindruck.

Ich habe so viele wertvolle Erfahrungen gemacht, habe Neues dazugelernt und Orientierung gefunden, wo ich vorher keine hatte. Die Erinnerungen und Emotionen, die ich mit diesem Programm verbinde, sind unmöglich in Worte zu fassen. Schon vor dem Programm hatte ich nie Angst oder Bedenken dabei, andere Kulturen kennenzulernen und es hat sich in diesem Punkt auch nichts an meiner Einstellung geändert. Was sich aber sehr wohl geändert hat, ist meine Einstellung zu meiner eigenen Kultur, der deutschen Kultur. Nach diesen zwei Wochen glaube ich wieder die Verbindung zu meinen Wurzeln entdeckt zu haben, die ich lange verloren hatte.

Jeder Gedanke an das Programm und die Gruppe ist wie ein Geschenk und dafür möchte ich gerne allen Beteiligten danken! Insbesondere Benjamin Thoma und Jana-Selina Henn, die ich aus vollsten Herzen noch einmal zu treffen hoffe, Frau Bouchard, weil sie mich auf das Ganze aufmerksam gemacht hat und den Leuten hinter dem Pädagogischen Austauschdienst selbst, da sie diejenigen sind, die all das erst möglich gemacht haben. Ich würde mich in der Zukunft sehr über eine Zusammenarbeit mit Ihnen freuen!

Mit freundlichen Grüßen,

Sophia Teschner