Bilinguales Profil

1. Argumente für unser  bilinguales Schulprofil

 Das Gymnasium Rissen ist eine bilinguale Schule. Das bedeutet, dass ausgewählte Fächer auf Englisch unterrichtet werden. Folgende Gründe sprechen nach unserer Überzeugung für bilinguale Bildungsgänge:

  • Englisch wird als lingua franca in der globalisierten Wirtschaft vorausgesetzt.
  • Die heutige Wissenschaftssprache ist Englisch: englischsprachige Studiengänge und Abschlüsse sind an den Universitäten auf dem Vormarsch.
  • Ein Großteil der Fachliteratur, gerade in den Naturwissenschaften, ist auf Englisch abgefasst.
  • Bilinguale Bildungsgänge bereiten optimal auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes und auf internationale Studiengänge vor.
  • Bilingualer Unterricht ermöglicht einen besonderen Einblick in die Kultur und Denkweise des anglo-amerikanischen Sprachraumes und vermittelt auf diese Weise interkulturelle Kompetenz.

2. Wie läuft  bilingualer Unterricht ab?

 Bilingualer Unterricht ist Sachfachunterricht auf Englisch. Die Vermittlungssprache des Unterrichts, der Materialien und Tests ist Englisch. Im Unterricht gilt das Prinzip der „aufgeklärten Einsprachigkeit“ (Butzkamm). Es wird so viel Englisch wie möglich und so wenig Deutsch wie nötig gesprochen.

In den Tests und Klassenarbeiten werden Rechtschreib- und Grammatikfehler nicht bewertet, sondern nur angestrichen. Dies gilt nicht für die Vokabeltests, die für das Lernen des Fachwortschatzes unerlässlich sind.

In den bilingualen Sachfächern gilt der Hamburger Rahmenplan mit seinen inhaltlichen Vorgaben. In einigen Fächern gibt es leichte Schwerpunktverschiebungen zugunsten der angelsächsischen Themen, wenn diese im Lehrplan vorkommen. Um das verminderte Unterrichtstempo aufzufangen, werden die ersten bilingualen Fächer drei- statt zweistündig unterrichtet.

Methodisch-didaktisch kommt es zu einer gewissen Vermengung der Methodik des Sachfachs und der Methodik des Fremdsprachenunterrichts. Dies hat für die Schülerinnen und Schüler nur Vorteile. Neue Begriffe werden wie neue Vokabeln erklärt, in Vokabeltests abgefragt und meist sorgfältiger erläutert und wiederholt als im deutschsprachigen Unterricht. Die Fülle und Komplexität der Inhalte wird (zumindest in den ersten zwei Jahren) reduziert, Texte sind nicht ganz so lang und kompliziert, weil sie in der Fremdsprache abgefasst sind. Dafür werden Methodenkompetenzen, also z. B. das Analysieren von Quellen, Interpretieren von Statistiken, Lesen von Karten oder Schreiben eines Versuchsprotokolls, bilingual erworben: auf Deutsch in den deutschsprachigen, auf Englisch in den englischsprachigen Fächern.

 

3. Aufbau des bilingualen Profils am Gymnasium Rissen

Am Gymnasium Rissen werden alle Schülerinnen und Schüler durch verstärkten Englischunterricht auf das bilinguale Schulprofil in der Mittel- und Oberstufe vorbereitet. In Klasse 5 werden sechs statt regulär fünf Wochenstunden Englisch erteilt. Auch in Klasse 6 sind es sechs Wochenstunden.
Folgende Fächer sind durch englischsprachige Lehrer (Lehrbefähigung im Sachfach und in Englisch) abgedeckt: Geschichte (History), Geografie (Geography), Theater (Drama), Sport (Sports), und Biologie (Biology). Diese Fächer werden natürlich nicht alle gleichzeitig auf Englisch unterrichtet und auch nicht immer in der gleichen Abfolge.
In der siebten Klasse beginnt der bilinguale Unterricht mit History oder Geography. Dieses erste Fach wird dreistündig statt zweistündig erteilt.
In den folgenden Jahrgangsstufen 8 -10 werden stets zwei Fächer bilingual unterrichtet.
In der Oberstufe kann der bilinguale Bildungsgang im Profil Cultural Studies (History, Bildende Kunst oder PGW, Drama) fortgesetzt werden.
Am Ende von Klasse 10 erhalten die Schülerinnen und Schüler mit dem Zeugnis ein Zertifikat über den bilingualen Bildungsgang.