Beobachtungsstufe

1. Erleichterung des Übergangs von der Grundschule aufs Gymnasium

Im Vordergrund unserer Arbeit in den ersten Wochen von Klasse 5  steht ein möglichst sanfter Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium. Die große Anzahl von Fachlehrern, neue Räume und Hausaufgaben in vielen verschiedenen Fächern, all dies muss erstmal bewältigt werden. Wir versuchen, diese Umstellung durch das Übernehmen von Gepflogenheiten aus der Grundschule zu erleichtern: Morgenkreis, Singen, kreative Gestaltung des Klassenraums, Geburtstagsrituale, etc.

Paten aus den neunten Klassen stehen als Ansprechpartner und zum Spielen in „Patenpausen“ zur Verfügung. Aus dem „Aktive Pause“ Container können Spielgeräte entliehen werden.

2. Enge Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Klassenlehrerteams halten engen Kontakt zu den Eltern. So finden beispielsweise zu Anfang des Schuljahres Kennenlerngespräche mit allen Eltern statt. Wir verstehen Erziehung als gemeinsame Aufgabe von Schule und Elternhaus.

3. Lernen lernen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Lernen lernen. Wir verwenden viel Zeit darauf, Arbeitstechniken wie Vokabeln lernen, Mappen führen, Hausaufgaben organisieren, sich auf Klassenarbeiten vorbereiten, zu besprechen und zu trainieren.

Im Rahmen unseres Leitbildschwerpunktes „Selbstständiges Lernen“ wird in Klasse 5 und 6 ein fester Kanon kleinerer kooperativer Lernformen eingeführt, der die Grundlage für selbstständiges Arbeiten im Team bildet.

Die Kinder führen ein einheitliches Hausaufgabenheft, das zu Hause und in der Schule wöchentlich abgezeichnet wird. Auf diese Weise haben auch die Eltern die Arbeitshaltung der Kinder fest im Blick.

Eine weitere Grundlage für das selbstständige Lernen heute bildet der Computer. Wir vermitteln allen Kindern in einem halbjährigen Kurs Kenntnisse über Textverarbeitung und das Internet.

Einmal im Halbjahr findet ein Lernentwicklungsgespräch zwischen Eltern, Schüler und Klassenlehrer statt. Basis dieses Gesprächs ist die Selbsteinschätzung des Schülers über seinen Lernfortschritt. Über den Abgleich mit den Einschätzungen der Fachlehrer werden in dem Gespräch Lernvereinbarungen getroffen, über deren Erfolg monatlich reflektiert wird.

4. Eine Klassengemeinschaft werden

Alle unsere Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sind mit dem LIONS Quest Training „Erwachsen werden“ fortgebildet. Einmal wöchentlich wird nach einem festen Programm ein Klassenrat durchgeführt, in dem das soziale Miteinander in der Klasse gestärkt und Probleme besprochen werden. Ein fester Bestandteil des fünften Jahrgangs ist die gemeinsame einwöchige Klassenreise im Mai.

5. Transparenz und Standardsicherung im Jahrgang

In den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik werden fast alle Klassenarbeiten parallel geschrieben. Die im Jahrgang unterrichtenden Kollegen sprechen sich eng über Methoden und Inhalte ab. Das sichert den Standard des Unterrichts und sorgt für Transparenz bei der Leistungsbewertung.

Das Gymnasium Rissen nimmt regelhaft an der durch das Landesinstitut angebotenen Lernausgangslagenuntersuchung teil. Diese findet in Deutsch, Mathematik und den Naturwissenschaften statt. Die Ergebnisse helfen uns, das individuelle Leistungsvermögen der Kinder besser einzuschätzen. (Es handelt sich nicht um einen Eingangstest fürs Gymnasium!) Durch die zweite Testung im siebten Jahrgang erhalten wir wertvolle Aufschlüsse über den Lernfortschritt von Klass 5 bis 7 und damit letztlich auch über den Erfolg unserer Arbeit.

6. Fordern und Fördern

Neben Binnendifferenzierung und individuellen Angeboten im Unterricht gibt es eine Reihe von Wettbewerben, mit denen besonders begabte Schüler gefordert werden können. Zu unseren Fördermaßnahmen für schwächere Schüler gehören eine betreute Hausaufgabenhilfe und ein Mathe-Förderkurs, der zur Zeit aber erst ab Jahrgang 7 angeboten werden kann. Es gibt im Mathe-Plus Kurs (auch ab Jahrgang 7) dann sogar die Möglichkeit, eine mit „mangelhaft“ bewertete Klassenarbeit nachzuschreiben.

7. Unser Musikkonzept

Alle Schülerinnen und Schüler haben eine Stunde Musiktheorie und eine Stunde Musikpraxis. Hier können sie entweder im Chor singen oder ein neues Instrument lernen. In einer Partnerschaft mit dem Hamburger Konservatorium bieten wir jahrweise wechselnd einen Anfängerkurs „Streicher“ oder  „Blechbläser“ an. Für Kinder, die bereits ein Orchesterinstrument beherrschen, gibt es die Möglichkeit, an unserem „Jungen Orchester“ teilzunehmen.

Durch die oben skizzierten pädagogischen Schwerpunktsetzungen möchten wir die Schülerinnen und Schüler in der Beobachtungsstufe optimal auf die gymnasiale Laufbahn vorbereiten, und zwar ganzheitlich: mit Kopf, Herz und Hand.